How Low Can We Go
Festival über Klimagerechtigkeit
Das Festival How Low Can We Go wurde von Laro Bogan, Lucien Lambertz und Nadine Jessen kuratiert und vom Elbkulturfonds der Behörde für Kultur und Medien Hamburg gefördert. Es beinhaltete 5 künstlerische Arbeiten und mehrere Diskursveranstaltungen.
Ankündigungstext:
„What to do angesichts der Klimakrise? How low can we go? And how do we go low? Während uns das Polareis unter dem Stuhl wegschmilzt und wir Ratgeber über Ratgeber studieren, sind wir uns in einem Punkt sicher: Die übergreifende Re-Orientierung, die wir rasch brauchen, kann nur kollektiv gelingen. Kampnagel startet mit dem Fokus Klimagerechtigkeit: HOW LOW CAN WE GO? eine Reihe zur ästhetischen Verstärkung des Wake-Up-Calls, um Einblicke in wenig beachtete Aspekte und Orte der Klimakrise zu gewähren, sozialen Klimakleber herzustellen, Mut zu machen und endlich den Abschied vom westlichen Lebensstandard zu feiern. Mit hybriden, künstlerisch-aktivistischen Zugriffen adressieren wir die wahrscheinlich langfristigste politische Mega-Krise unserer Zeit. Im Fahrtwasser westlicher Luxuspsychose beginnt die Reihe HOW LOW CAN WE GO? Ende Januar auf einem Kreuzfahrtschiff. Die Wiener Performancegruppe God‘s Entertainment hat gerade noch eine Handbreit Wasser unterm Kiel und nimmt das Publikum mit auf See. Mit rechter Klimaleugnung und dem Atlantis-Mythos beschäftigen sich Theunert / Aloni. AMAZONIA 2040 von der Choreografin Martha Hincapié Charry reflektiert aus indigener Perspektive die menschliche Beziehung zur Natur. Zusätzlich entstehen Debatten zu den Rechten der Natur ebenso wie Streits über klimaaktivistische Strategien.“
Event-Übersicht
God’s Entertainment – Cruise Tentare
25.–27.01.2024, mehrere Termine ab 18:00 Uhr, jeweils Ort p1
Eine begehbare Installation in Form eines dekonstruierten Kreuzfahrtschiffs samt Swimmingpool und riesigem aufblasbarem Oktopus. Das Wiener Kollektiv erforscht damit spielerisch “tentakuläres Denken” und neue Formen des Performativen.
Philippe Quesne / Vivarium Studio – Der Garten der Lüste
25.–27.01.2024, jeweils 20:00 Uhr, k6, ca. 105 Minuten
Von Hieronymus Boschs gleichnamigem Triptychon inspiriertes Theaterepos über eine Gemeinschaft an einem verlassenen Ort. Es befragt das gebrochene Verhältnis des Menschen zur Natur zwischen mittelalterlichem Bestiarium und Science-Fiction.
Meera Theunert / Dor Aloni – Atlantis
25.–27.01.2024, wechselnd 19:00/20:30 Uhr, k4, ca. 75 Minuten
Die Performance nimmt den Atlantis-Mythos unter die Lupe, der auch für faschistoide Welterzählungen missbraucht wird.
Martha Hincapié Charry – Amazonia 2040
25.01. 19:00 Uhr, 26.01. 20:30 Uhr, 27.01. 19:00 Uhr, k1, je 55 Minuten
Die Solo-Performance verbindet Videoprojektionen, Porträts indigener Bewohner*innen und persönliche Geschichten zu einer Meditation über Heimat und Artensterben.
Catching up: Strategien im Klimadiskurs / Diskursprogramm
25.–27.01.2024
- Eröffnung & Keynote – 25.01., 19:45 Uhr (k2, 45 Min.): Die britisch-somalische Aktivistin Zamzam Ibrahim eröffnete den Schwerpunkt mit einem Vortrag über intersektionale Klimagerechtigkeit und teilte ihre Perspektiven auf notwendige globale Interventionen.
- Otro Mundo Ya Existe – 26.01., 18:30 Uhr (k2, 90 Min.): Internationale Expert*innen diskutieren die Rechte der Natur aus künstlerischer, rechtlicher und aktivistischer Perspektive, moderiert von Alex Viteri.
- Re:Rooted Workshop – 27.01., 14:30 Uhr (k2, 3 Std. inkl. Pausen): Ritueller Workshop mit Niya B zu Öko-Somatik, Öko-Intimität und der Verbindung zu Pflanzen und nicht-menschlichen Wesen.
- BIPoC Climate Reflection Space – 27.01., 16:00 Uhr (90 Min.): Safer Space für von Rassismus betroffene Menschen zur Reflexion über Klimawandel und Klima-Aktivismus.
- Protestgespräch: Klima in Bewegung – 27.01., 18:30 Uhr (k2, 90 Min.): Vertreter*innen klimaaktivistischer Gruppen diskutieren Strategien der Klimabewegung, moderiert von Sara Schurmann.
Kontroverse:
Vor und während des Festivals entspann sich eine Kontroverse um die Keynote der britisch-somalischen Klimaaktivistin Zamzam Ibrahim, die sich zuvor kritisch gegenüber der Israelischen Besatzungspolitik und dem Israelischen Genozid in Gaza geäußert hatte. Die Keynote fand daraufhin online statt. Teile des Diskursprogrammes wurden abgesagt, da einige Podiumsgäste unter den aufgeheizten Bedingungen oder als Ausdruck ihrer Kritik nicht teilnehmen wollten.