On Denial

künstlerisches Forschungsprojekt

Das künstlerische Forschungsprojekt On Denial untersucht das allgegenwärtige Phänomen der Verleugnung, das sich zunehmend in das soziale Gefüge unserer Leben einschreibt. On Denial bietet einen Rahmen, der mehrere Arbeiten zusammenhält. Das Anliegen ist, gemeinsam darüber nachzudenken, wie sich Verleugnung in unseren jeweiligen Kontexten entfaltet und wie wir ihr begegnen und sie überwinden können. Im Kern fördert das Projekt transdisziplinäre künstlerische Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Künstler*innen, Sozialforscher*innen und Politikwissenschaftler*innen.

Verleugnung äußert sich häufig als strukturelle Amnesie. Diskursive und gesellschaftliche Normen orientieren uns weg von faktischen Wahrheiten oder entziehen uns den Zugang zu ihnen. Das führt dazu, dass Verantwortung für historische und andauernde Gewalt, Kriege und Genozide ebenso wie für den Klimawandel, die Risiken von KI, Atomwaffen und zunehmende Militarisierung umgangen wird. Selektive Erinnerungskulturen, in denen manche Geschichten keinen Platz haben, verwandeln vergangenes Unrecht in aktuelle strukturelle Ungleichheit und bringen so wiederum neue Gewalt und Toxizität hervor. Ist Verleugnung erst einmal normalisiert, wird Kompliz*innenschaft verschleiert – und damit auch unsere oft unerkannte und komplexe Rolle als Mitproduzent*innen existenzieller Krisen. On Denial möchte daher Praktiken der Anerkennung sowie der sozialen, diskursiven und materiellen Regeneration nähren und unterstützen. Der Horizont des Projekts ist eine umfassende und prozesshafte Verantwortungsübernahme und Transformation.

»figures of denial«, Schreiben · Performance (fortlaufend)

figures of denial ist ein Schreib- und Performanceprojekt, das sich um fünf Archetypen in einer von Verleugnung geprägten Welt entfaltet. Der Begriff „Archetypen" impliziert, dass jede dieser Figuren zu einem gewissen Grad in uns allen lebt, in unserem kollektiven Unbewussten. Es sind: der/die Verleugner*in, der/die Zuschauer*in, der/die kritische Archivar*in, der spukende Geist, der/die Whistleblower*in. Durch sie und ihre Geschichten möchte das Projekt greifbar machen, wie die Kräfte innerhalb der Verleugnung wirken und wie sie miteinander ringen können, um diese schließlich zu verändern. Entwickelt wird das Projekt in einer experimentellen und fiktionalen Begegnungsform, im Schreiben wie während der Probe.

transdisziplinäre Diskussionsgruppe (fortlaufend)

Die transdisziplinäre Diskussionsgruppe ermöglicht Gespräch und Austausch zwischen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen. Es handelt sich um ein kollaboratives Projekt von Laro Bogan und Hanna Pfeiffer, angedockt an das Institut für Friedensfroschung und Sicherheitspolitik in Hamburg (IFSH). Es umfasst regelmäßige Diskussionssitzungen mit Lektüre und Schreibarbeit sowie öffentliche Keynotes, die gesondert angekündigt werden. Eine solche öffentliche Veranstaltung war die Keynote und das Kolloquium mit Prof. Omar Bartov im Oktober 2025 (Link).

Um der Gruppe beizutreten, meldet euch bitte bei uns und teilt uns mit, woran ihr arbeitet und wie ihr euch einbringen möchtet.

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